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Mein Sport in Rio: Der auf dem wilden Wasser tanzt

Veröffentlicht von Sebastian Imminger (admin) am Aug 10 2016
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Tom Schindler ist ein sportliches Multitalent. Er bringt auch alles mit, um weit zu kommen. Doch der 14-Jährige will immer Neues ausprobieren.

Ausprobiert hat Tom Schindler schon jede Menge Sportarten. In diesem olympischen Sommer ist der 14-Jährige viel auf dem Mountainbike unterwegs. Kampfsport betreibt er ebenso wie Laufen und Schwimmen. Ab und zu geht er klettern. Ein Multisportler eben. Hauptsache, es rührt sich was.

Doch während der Jugendliche manch anderes aktives Betätigungsfeld im Lauf der Zeit wieder verlassen hat, ist er beim Kanuslalom geblieben. Aus Überzeugung. Weil es ihm Spaß macht. Und weil er selbst merkt, dass er in diesem Sport noch ein gutes Stück vorankommen kann, wenn er sich anstrengt.

 
 

Genau an dieser Stelle liegt jedoch das Problem. Udo Imminger, Kanuslalom-Trainer beim VfL Günzurg, formuliert es aus seiner Perspektive so: „Wenn sich Tom auf eine Sportart konzentrieren würde, wäre es besser.“

Der aufgeweckte Jugendliche weiß selbst, dass Talent allein nicht genügt, um in einem technisch derart schwierigen Sport zu echter Meisterschaft zu gelangen. Doch Tom Schindler befindet sich, ohne es selbst mit diesem Wort zu bezeichnen, in der Findungsphase. Klar, da ist die Faszination des Fahrens in tosendem Wasser. „Das ist Action, weil’s immer etwas anderes bietet“, sagt der 14-Jährige auf dem Weg zum Training auf seiner Hausstrecke an der Günz-Mündung.

 

Erste Tücken hat er längst überwunden

Die kennt er inzwischen richtig gut; immerhin hat er zusammen mit seinem älteren Bruder Thilo schon vor drei Jahren mit dem Bootfahren angefangen. Erste Tücken hat er natürlich längst überwunden. „Zu Beginn sitzt man immer unsicher drin und wenn man paddelt, wackelt die Spitze des Bootes hin und her“, erzählt Tom von seinen ersten Versuchen auf dem wilden Wasser. Inzwischen wackelt da nichts mehr und selbst zu Läufen um die bayerische Jugendmeisterschaft ist Tom Schindler schon gestartet.

Zu größeren Herausforderungen wie die Fahrt durch den Eiskanal in Augsburg ist der Jugendliche (er besucht die Hans-Maier-Realschule in Ichenhausen) derzeit noch nicht bereit. Möglicherweise gibt es ihm einen zusätzlichen Schub, wenn seine Sportart in diesen Tagen bei den Olympischen Spielen läuft. Sofern es die Zeit erlaubt, schaut er sich die derzeit laufenden Übertragungen aus Rio auf jeden Fall an. Wobei Tom Schindler nicht wirklich an die zuweilen angeführte Theorie glaubt, dass er sich bei dieser Art des Fernstudiums auch wirklich etwas Konkretes abschauen könnte. Auf dieses Thema angesprochen, entgegnet der 14-Jährige schlagfertig: „Vom Fußball schauen werde ich auch kein Super-Fußballer.“

Da hat er zweifellos recht. Aber er besitzt auch den Ehrgeiz, sozusagen in kleinen Paddelschlägen immer besser zu werden. Seine Trainer beim VfL Günzburg – neben Udo Imminger betreuen ihn dort Sebastian Imminger und bei Ausfahrten auf der Donau Stefan Gary – werden ihm helfen. Und vielleicht wagt Tom Schindler, der Jugendliche, der immer Neues ausloten möchte, in naher Zukunft ja tatsächlich den Sprung in den Eiskanal.

 

Von Jan Kubica

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Zuletzt geändert am: Nov 17 2016 um 7:03 PM

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