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Freudestrahlen an der Günz

Veröffentlicht von Sebastian Imminger (admin) am Jun 24 2014
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Ihrem Ruf als schönste Kanuslalom-Naturstrecke weit und breit alle Ehre gemacht hat die Anlage des VfL Günzburg jetzt bei den Bayerischen Nachwuchs-Meisterschaften. Etwa 120 junge Sportler nahmen die 300 Meter lange Strecke auf der Günz in Angriff und versuchten, die insgesamt 21 Tore (davon waren sechs wasseraufwärts zu durchfahren) möglichst schnell und fehlerfrei zu bewältigen.

Einen Achtungserfolg erreicht hat dabei der einzige Starter des ausrichtenden Vereins, Sima Hauke. Er wurde im K1 der Altersklasse Schüler B Achter unter 13 Startern – eine schöne persönliche Leistung in seinem ersten Rennen. Kein Wunder, dass der Zwölfjährige hinterher mit sich und der Welt zufrieden war. „Das hat Spaß gemacht“, versicherte er und fügte stolz hinzu: „Ich war besser als im Training.“

Das Organisatoren-Team um Kanu-Abteilungsleiter Harald Imminger heimste Lob von Sportlern und Besuchern gleichermaßen ein. Ein paar Kanu-Fans kamen sogar von weit her, um die Titelkämpfe zu verfolgen und sich ein paar schöne Tage in Günzburgzu machen. Unter ihnen war die vierköpfige Familie Möller aus dem Hohenlohe-Kreis, die ihren Wohnwagen zwischenzeitlich in der Idylle am VfL-Bootshaus parkte. Mutter Britta sagte mit wohlwollendem Blick über die Anlage: „Wenn so eine Veranstaltung ist, kann man auch mal herkommen. Günzburg und die Region sind ja sehr schön.“

Kanu-Chef Imminger informierte im Gespräch mit unserer Zeitung über sämtliche Facetten der Veranstaltung. Im Einzelnen sagte er: „Ich hätte gern mehr engagierte Nachwuchsfahrer wie Sima Hauke. Aber das steht und fällt natürlich einerseits mit dem Willen der Jugendlichen und andererseits mit der Betreuung seitens des Vereins. Ich sage ja immer: Jede Sportart stirbt mit der Betreuung.“

„Organisatorisch läuft das einwandfrei. Wir sind mit ungefähr 30 Helfern dabei. Die brauchen wir auch, damit alles passt. Es gab von den Fahrern keine Klagen, nicht einmal über das wenige Wasser. Wenn’s im Vorfeld wenigstens ein Mal geregnet hätte, wäre es besser gewesen. Aber wir können’s ja auch nicht herzaubern.“

„Wir haben etwa 60 aktive Mitglieder und sind im VfL durchaus eine gefragte Abteilung, die immer viele Helfer stellt, wenn es anzupacken gilt. Ich bin jetzt seit gut 15 Jahren Abteilungsleiter. Da bekommt man einen Überblick, und ich kann betonen: Einen so guten Vorsitzenden wie Gerhard Skrebbas haben wir noch nie gehabt.“

„Da ist immer viel zu tun. Das Wasser arbeitet 24 Stunden am Tag. Vor zwei Jahren haben wir 140 Tonnen Flussbausteine reingelegt, insgesamt sind es im Lauf der Zeit bereits 1200 Tonnen. Das heißt: Es ist auch eine kostenintensive Strecke. Auch deshalb sind wir derzeit am Überlegen, ob wir sie nicht ein wenig verkürzen. Eventuell können wir die erste Schwelle ein paar Meter nach unten legen. Aber das bedeutet Kosten von mindestens 2500 Euro.“

„Kanufahrer sind wie eine große Familie. Man kennt sich einfach. Diesmal sind drei, vier Vereine über Nacht hiergeblieben, aus Bamberg, Bayreuth, Rosenheim, eben die von weiter her. Wir hatten im Bootshaus einen Beamer aufgebaut und konnten uns so das WM-Spiel Deutschland gegen Ghana zusammen anschauen. Grundsätzlich aber ist Kanufahren natürlich ein Einzelsport. Man kann nicht einfach mal mit den anderen mitrennen. Jeder muss sich aus eigenem Willen und eigener Initiative entwickeln. So werden die Kinder unheimlich selbstständig.“

 

Von Jan Kubica

Zuletzt geändert am: Nov 17 2016 um 7:06 PM

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