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Von damals bis Heute

 

Die Verbundenheit mit der Natur und die Begeisterung für den Wassersport ließen im Jahre 1954 eine Handvoll junger Menschen den Plan fassen, eine Paddler- und Wassersportgruppe aufzubauen. Donau und Günz waren bestens geeignet für den Start. Bald konnte man die ersten selbstgebauten Boote beobachten, wie sie gemächlich den Strom hinunterglitten oder aber in harter Muskelarbeit Stromaufwärts getrieben wurden. Zu dieser Zeit sah es noch anders aus an der Günz und Donau schnell und fast ungebändigt zog das Wasser an Günzburg vorbei. Wo heute fast ruhiges Wasser ist, war es an den Brückenjochen der Heidenheimer Strasse und an der Mündung der Günz nur Könnern vorbehalten, zu kreuzen. Was lag da näher, als diese stelle am Stromkilometer 26 für den Bau eines Bootshauses zu wählen? 150 m oberhalb der Günzmündung sollte es entstehen. Bis es dann soweit war, verging fast ein Jahr. Imminger, Körbl, Müller, Härtel und Öhle: diese Namen sind aus der Geschichte des Günzburger Wassersports nicht wegzudenken. Jeder einzelne dieser kleinen Gruppe opferte viele Stunden seiner Freizeit, bis das Bootshaus vollendet war. Die Hilfe der Stadt Günzburg war dabei entscheidend. Sie stellte das Grundstück zur Verfügung, erteilte die Baugenehmigung, und Günzburger Unternehmer unterstützten den Verein finanziell. Im Herbst 1955 war das Bootshaus fertig. 16 Boote konnte es aufnehmen. In einem kleinen gemütlichen Clubraum wurden nun Fahrten und Pläne gemeinsam besprochen. Ein Landungsfloß lies bald viele Paddler in Günzburg halt machen. Vor allem Ulmer waren bald bei uns daheim. So blieb es nicht aus, dass immer mehr Freunde für den Kanusport gewonnen wurden. Gemeinsame Wanderfahrten auf der Donau und ihren Nebenflüssen schufen Verbindungen zu anderen Kanuvereinen, und so gründete man bald einen richtigen Club. 1956 wurde der Günzburger-Kanu-Club e.V. (GKC) aus der Taufe gehoben. Er wurde auch Mitglied im Deutschen Kanuverband. das war der Auftakt zum überregionalen auftreten. Mehr und mehr wurde nun zum Wanderfahren auch Leistungssport getrieben. Zuerst versuchte man sich mit Regatten und Abfahrtsrennen, und ging nach und nach zum noch härteren Wildwassersport über. Um erfolge zu erreichen, war hartes Training unumgänglich, und wieder war es Helmut Imminger zu verdanken, dass man an diesen Rennen teilnehmen und gute Plätze besetzen konnte.

 

 

 

Wie weit man bekannt wurde, sollen ein paar Namen sagen: Regatten in Stuttgart, Neckarsulm, am Bodensee und in Heilbronn, Slalomrennen in Bamberg, Augsburg und auf der Zusam Abfahrtsrennen auf der Wiesent in Franken, Kösser Ache und Iller, Wildwasser auf der Ilz im Bayrischen Wald, Ammer, Saalach, Loisach, Isar, auf der Ziller bei Maierhofen, auch zur Weltmeisterschaftsqualifikation auf der Ruhr in der Eifel; von Köln bis Imst in Österreich wurden Rennen gefahren. Natürlich wurde auch das Wanderfahren weiter ausgeübt, und es war jetzt schon eine kleine Flotte, wenn man sich auf Tages- oder Wochenendfahrten begab. Nach außen wirkte alles harmonisch, erfolgreich und zufrieden. Und dennoch trieb es den jungen Verein in eine Krise, die zu einer Spaltung in zwei Gruppen führte. Am 31.12.1958 wurde vereinsrechtliche Konsequenz gezogen. Die größere Gruppe, zu der die meisten Gründungsmitglieder von 1956 zählten, blieben in ihrem Bootshaus an der Günzmündung und beschloss, einen Antrag an den VfL Günzburg zu stellen, sie als Sparte Kanuabteilung im VfL aufzunehmen. Diesem Antrag wurde zugestimmt und so konnte am 01.01.1959 der VfL als jüngster Zweig die Günzburger Wassersportvereinugung als Zugang buchen.

 

Bald sah man wieder lebhaftes Treiben am Bootshaus und an der Günzmündung. Mit dem alten Geist ging es wieder voran. Bootsplätze wurden knapp, und man wollte auch Boote selbst bauen. Man fing an, neben dem alten Haus ein größeres zu erstellen. Sportliche Erfolge blieben auch jetzt nicht aus. Dabei blieb ein Wanderpokal für immer bei uns. Immer mehr Zuwachs bekam die Abteilung und so entschloss man sich, das bereits bestehende Bootshaus nochmals zu erweitern. Im Winter 1973/74 erfolgte der erste Spatenstich, wobei eine Bootshalle und ein größerer Clubraum in Angriff genommen wurden. Im Jahre 1970 wechselte man dann vom Wildwassersport zum Kanuslalomsport und hier konnte man im Jahr 1976 den ersten Erfolg in der Abteilungsgeschichte feiern. Birgit Kolbe wurde Deutsche Schülermeisterin und zusammen mit Karin Lacher und Barbara Röger konnte auch die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft gewonnen werden. Im Jahre 1980 wurde dann die Einweihung der 1974 begonnenen Bootshalle und des Clubraums gefeiert. Sportlich ging es in der Abteilung weiter bergauf und so konnte im Jahre 1986 Udo Waellnitz auf der Olympiastrecke in Augsburg den Titel eines Deutschen Juniorenmeisters im Kanuslalom feiern. Doch damit nicht genug. Er konnte auch bei den Weltmeisterschaften der Junioren in Österreich die Bundesdeutschen Farben vertreten und dabei als bester Deutscher den hervorragenden sechsten Platz belegen. Udo Waellnitz ist damit der erfolgreichste Spitzensportler und zählt auch zum Kader der Deutschen Slalommeisterschaft.
 Bis jetzt kann die Abteilung auf drei Deutsche Meistertitel, einen sechsten Platzt bei der Weltmeisterschaften, drei Süddeutsche Meister und neun Bayrische Meister stolz sein. Um unseren Sportlern bessere Trainingsmöglichkeiten bieten zu können, wurden im Jahre 1981 der Antrag zum Ausbau der Günz im Mündungsbereich der Donau gestellt. Nach über zwei Jahren "hartem Kampf" mit den Behörden und großer Mithilfe des Staatssekretärs Alfred Sauter, wurde dann dem Ausbau zugestimmt und am 11. April 1992 konnte die neue Slalomstrecke mit einem großen Fest und einem Kostenaufwand von über 80.000 DM eingeweiht werden. Die Vergangenheit hat es bewiesen, und die Zukunft wird es zeigen, dass man im kameradschaftlichen Miteinander viel leisten und viel Erfolg haben kann.

 

(Zitat aus 40 Jahre VfL Günzburg Abteilung Kanu)